JUG Saxony Stories

Das Interview mit Lisa-Marie – Senior Data Engineer bei der SENEC GmbH

Hinter all unseren innovativen und erfolgreichen Fördermitgliedern stehen kreative, motivierte und wissbegierige Mitarbeitende. Wie spannend und vielfältig die Wege zu einem Job im IT-Bereich sein können, ist Gegenstand unserer Reihe „JUG Saxony Stories“.

Heute stellen wir Euch Lisa-Marie, Senior Data Engineer bei der SENEC GmbH in Leipzig, vor. Viel Spaß beim Lesen!

Das komplette Interview kannst Du als PDF downloaden: Senior Data Engineer bei der SENEC GmbH – Lisa-Marie Krause im Interview (PDF)

Vor Code und Daten sind alle gleich.

Stell Dich gerne einmal vor.

Lisa-Marie: Ich bin Lisa-Marie, Senior Data Engineer bei der SENEC, und habe Wirtschaftsmathematik studiert. Privat treibe ich vor allem Sport. Ich bin Triathletin und habe in 2023 meine erste Mitteldistanz absolviert.

Wie und wann hast Du Deine Leidenschaft zur IT entdeckt?

Lisa-Marie: Ich habe Wirtschaftsmathematik studiert und hatte irgendwann IT-Kurse belegt, in denen ich programmieren musste. Irgendwie fand ich es cool, selbst ein Programm zu schreiben. Man drückt drauf und dann passiert einfach etwas und es läuft. Das hat mich glücklich gemacht, auch wenn es sehr frustrierend sein kann, weil es natürlich ungefähr 95% der Zeit nicht lief.

WIE WAR DEIN WEG ZUM Data Engineer?

Lisa-Marie: Eigentlich wollte ich Sportmanagement studieren. Und dann kamen meine Eltern, meine Lehrer und andere auf mich zu: „Lisa, was soll das, du hast so ein Talent in Mathe. Andere würden alles dafür geben, das so schnell zu verstehen und Mathe so zu können wie du. Probiere es doch wenigstens.“

Also habe ich Mathe studiert, unter einer Bedingung: Wenn ich durch eine einzige Prüfung durchfalle, höre ich auf und studiere Sport. Das Schicksal wollte es so, dass ich es schaffe und hab es durchgezogen. Der Sport ist natürlich trotzdem noch meine Leidenschaft. Nach meinem Mathematik-Studium habe ich im Consulting-Bereich gearbeitet und mathematische Modelle gebaut. Man programmiert da auch ein bisschen, aber was mich gestört hat, war: Ich hatte mein Modell, wusste aber nicht, was danach eigentlich alles abläuft. Obwohl das ja viel interessanter ist. Diejenigen, die das Ganze umsetzen, waren für mich die Helden. Und dann wusste ich, dass ich auch so eine Heldin sein wollte und habe eine Weiterbildung zum Data Engineering gemacht, in der ich mich speziell fürs Programmieren schulen lassen habe.

WIE WICHTIG WAREN PRAKTIKA UND NEBENJOBS FÜR DICH WÄHREND DES STUDIUMS UND WIE HAT DICH DAS BEEINFLUSST?

Lisa-Marie: Tatsächlich musste ich nebenbei Geld verdienen. Ich war viel Kellnern und habe mir nebenbei als Trainerin Geld dazu verdient. Als ich dann Finanzmathematik als zündendes Modul für mich entdeckt hatte, wurde mir klar, wenn ich dort Fuß fassen möchte, brauche ich praktische Erfahrung.

Also habe ich ein Praktikum in diesem Bereich, speziell in der Restrukturierung, begonnen. Schnell habe ich gemerkt, dass ich lieber arbeite als zu studieren und Mathematik mit der Programmierung verbinden möchte.

Im Praktikum habe ich begonnen, VBA einzusetzen, eine Programmiersprache für Excel. Das hat mich zwar viel frustriert, aber ich habe gemerkt, dass ich den Ehrgeiz habe, genau das zu machen. Ich saß auch noch ewig bis in die Nacht hinein, damit dieses VBA-Programm lief. Aber es hat mir in den nächsten Tagen früh jeweils eine halbe Stunde Zeit erspart hat - wieder ein Punkt, bei dem ich wusste, dass Programmieren das ist, was ich cool finde.

WIE SIEHT DEIN AUFGABENBEREICH JETZT AUS?

Lisa-Marie: Ich bin Data Engineer, also ein Ingenieur, und zwar ein Ingenieur für Autobahnen, nur das auf den Autobahnen keine Autos fahren, sondern Daten, die nicht greifbar sind. So erkläre ich es immer meinen Eltern, weil sie das Thema nicht greifen können. Ich baue quasi Auffahrten für existierende Autos.

Bei der SENEC geht es um Big Data. Meine Aufgabe ist es, Rohdaten abzuholen, zu veredeln und aufzuarbeiten, um sie nutzbar zu machen. Dadurch können immer mehr Leute bessere Entscheidungen treffen.

WELCHE FÄHIGKEITEN HELFEN DIR BEI DEINEM JOB?

Lisa-Marie: Diese Fähigkeiten habe ich nicht in der Uni gelernt, aber das ist vielleicht einfach eine Stärke, die ich mitbringe und weswegen ich auch bestimmt eine sehr gute Beraterin war: Das ganzheitliche Denken und Hineinversetzen in alle Stakeholder. Ich kann mit IT-Leuten, Analysten, Data Scientists und auch dem Fachbereich gleichermaßen sprechen. Mir wird oft gesagt, dass diese Kommunikationsstärke genau das ist, was mir extrem liegt und was mich auch in diese Senior Position gebracht hat.

KANNST DU UNS VIELLEICHT EIN BEISPIEL GEBEN, WELCHE AUSWIRKUNGEN DEINE ARBEIT HAT?

Lisa-Marie: Ein sehr greifbares Beispiel ist, glaube ich, Predictive Maintenance, also dass man auf Basis von Daten vorhersagen kann, wann ein Stromspeicher zukünftig ein Problem haben wird und wir z. B. einen Installateur zum Kunden schicken müssen bevor das Problem auftritt. Das heißt, ein Data Scientist wertet alle bestehenden Daten aus, versucht Muster zu erkennen und anzuwenden.

VOR WELCHEN HERAUSFORDERUNGEN STEHST DU?

Lisa-Marie: Sich als Ende-20-jährige in riesigen Männerrunden zu beweisen. Natürlich stößt man da an. Nicht auf Hindernisse, aber man muss viel liefern. Und ich muss gefühlt immer ein Stück vorbereiteter sein als alle anderen. Jedenfalls war das am Anfang so. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich mehr beweisen musste als ein typischer Entwickler mit einem typischen Background.

Das Schöne an der IT ist, dass Fakten zählen und wenn du Argumente lieferst und ein Konzept, das funktioniert, dann hast du den Beweis und es ist nicht diskutabel.

Es ist mir ein Herzensanliegen, die Gleichberechtigung zu schaffen und dafür zu sorgen, Vorurteile, die es einfach gibt und die vielleicht keiner ausspricht, abzubauen.

WAS MÖCHTEST DU JEMANDEM, DER AUCH DATA SCIENTIST ODER ENGINEER WERDEN MÖCHTE, MIT AUF DEN WEG GEBEN?

Lisa-Marie: Du brauchst das logische Verständnis und du solltest in der Lage sein, zu strukturieren. Das heißt, ein nicht greifbares Konstrukt herunterbrechen zu können, in die entsprechende Reihenfolge zu bringen und strukturiert abzuarbeiten und dabei auch noch die Weitsicht zu haben, um mögliche Auswirkungen im Blick zu behalten. Das lernt man nicht im Studium, man hat es oder man hat es eben nicht.

Als eigenverantwortlicher Data Engineer oder als guter Data Scientist sollte man auf jeden Fall auch programmieren und vor allem generalistisch denken können.

Das Wichtigste ist, das Große und Ganze immer wieder klein zu schneiden und nicht kompliziert werden zu lassen, immer wieder einfach zu denken. Dinge so nachvollziehbar zu machen, dass du sie morgen oder in einem Jahr noch verstehen wirst.

WOHIN SOLL DEIN WEG IN DER ZUKUNFT FÜHREN?

Lisa-Marie: Tatsächlich ist das seit ein paar Wochen relativ klar definiert. Ich bin jetzt Senior Data Engineer und ab 1. Januar 2024 Data Architect, das heißt, ich werde tatsächlich ein bisschen weniger programmieren und das, worin meine Stärke liegt, mehr tun: verschiedene Leute zu verknüpfen, die Weitsicht einzubringen, was für Auswirkungen eine Entscheidung oder eine Pipeline auf andere hat, und natürlich auch kreativ zu sein.

Hinweise

Das Interview führten Christiane Mantke und Torsten Busch von der JUG Saxony mit Lisa-Ma- rie Krause am 30. August 2023. Wir bedanken uns bei Lisa-Marie für das freundliche Interview und die aufgebrachte Zeit.

JUG Saxony Stories

Das Interview mit Lisa-Marie – Senior Data Engineer bei der SENEC GmbH

Hinter all unseren innovativen und erfolgreichen Fördermitgliedern stehen kreative, motivierte und wissbegierige Mitarbeitende. Wie spannend und vielfältig die Wege zu einem Job im IT-Bereich sein können, ist Gegenstand unserer Reihe „JUG Saxony Stories“.

Heute stellen wir Euch Lisa-Marie, Senior Data Engineer bei der SENEC GmbH in Leipzig, vor. Viel Spaß beim Lesen!

Das komplette Interview kannst Du als PDF downloaden: Senior Data Engineer bei der SENEC GmbH – Lisa-Marie Krause im Interview (PDF)

Vor Code und Daten sind alle gleich.

Stell Dich gerne einmal vor.

Lisa-Marie: Ich bin Lisa-Marie, Senior Data Engineer bei der SENEC, und habe Wirtschaftsmathematik studiert. Privat treibe ich vor allem Sport. Ich bin Triathletin und habe in 2023 meine erste Mitteldistanz absolviert.

Wie und wann hast Du Deine Leidenschaft zur IT entdeckt?

Lisa-Marie: Ich habe Wirtschaftsmathematik studiert und hatte irgendwann IT-Kurse belegt, in denen ich programmieren musste. Irgendwie fand ich es cool, selbst ein Programm zu schreiben. Man drückt drauf und dann passiert einfach etwas und es läuft. Das hat mich glücklich gemacht, auch wenn es sehr frustrierend sein kann, weil es natürlich ungefähr 95% der Zeit nicht lief.

WIE WAR DEIN WEG ZUM Data Engineer?

Lisa-Marie: Eigentlich wollte ich Sportmanagement studieren. Und dann kamen meine Eltern, meine Lehrer und andere auf mich zu: „Lisa, was soll das, du hast so ein Talent in Mathe. Andere würden alles dafür geben, das so schnell zu verstehen und Mathe so zu können wie du. Probiere es doch wenigstens.“

Also habe ich Mathe studiert, unter einer Bedingung: Wenn ich durch eine einzige Prüfung durchfalle, höre ich auf und studiere Sport. Das Schicksal wollte es so, dass ich es schaffe und hab es durchgezogen. Der Sport ist natürlich trotzdem noch meine Leidenschaft. Nach meinem Mathematik-Studium habe ich im Consulting-Bereich gearbeitet und mathematische Modelle gebaut. Man programmiert da auch ein bisschen, aber was mich gestört hat, war: Ich hatte mein Modell, wusste aber nicht, was danach eigentlich alles abläuft. Obwohl das ja viel interessanter ist. Diejenigen, die das Ganze umsetzen, waren für mich die Helden. Und dann wusste ich, dass ich auch so eine Heldin sein wollte und habe eine Weiterbildung zum Data Engineering gemacht, in der ich mich speziell fürs Programmieren schulen lassen habe.

WIE WICHTIG WAREN PRAKTIKA UND NEBENJOBS FÜR DICH WÄHREND DES STUDIUMS UND WIE HAT DICH DAS BEEINFLUSST?

Lisa-Marie: Tatsächlich musste ich nebenbei Geld verdienen. Ich war viel Kellnern und habe mir nebenbei als Trainerin Geld dazu verdient. Als ich dann Finanzmathematik als zündendes Modul für mich entdeckt hatte, wurde mir klar, wenn ich dort Fuß fassen möchte, brauche ich praktische Erfahrung.

Also habe ich ein Praktikum in diesem Bereich, speziell in der Restrukturierung, begonnen. Schnell habe ich gemerkt, dass ich lieber arbeite als zu studieren und Mathematik mit der Programmierung verbinden möchte.

Im Praktikum habe ich begonnen, VBA einzusetzen, eine Programmiersprache für Excel. Das hat mich zwar viel frustriert, aber ich habe gemerkt, dass ich den Ehrgeiz habe, genau das zu machen. Ich saß auch noch ewig bis in die Nacht hinein, damit dieses VBA-Programm lief. Aber es hat mir in den nächsten Tagen früh jeweils eine halbe Stunde Zeit erspart hat - wieder ein Punkt, bei dem ich wusste, dass Programmieren das ist, was ich cool finde.

WIE SIEHT DEIN AUFGABENBEREICH JETZT AUS?

Lisa-Marie: Ich bin Data Engineer, also ein Ingenieur, und zwar ein Ingenieur für Autobahnen, nur das auf den Autobahnen keine Autos fahren, sondern Daten, die nicht greifbar sind. So erkläre ich es immer meinen Eltern, weil sie das Thema nicht greifen können. Ich baue quasi Auffahrten für existierende Autos.

Bei der SENEC geht es um Big Data. Meine Aufgabe ist es, Rohdaten abzuholen, zu veredeln und aufzuarbeiten, um sie nutzbar zu machen. Dadurch können immer mehr Leute bessere Entscheidungen treffen.

WELCHE FÄHIGKEITEN HELFEN DIR BEI DEINEM JOB?

Lisa-Marie: Diese Fähigkeiten habe ich nicht in der Uni gelernt, aber das ist vielleicht einfach eine Stärke, die ich mitbringe und weswegen ich auch bestimmt eine sehr gute Beraterin war: Das ganzheitliche Denken und Hineinversetzen in alle Stakeholder. Ich kann mit IT-Leuten, Analysten, Data Scientists und auch dem Fachbereich gleichermaßen sprechen. Mir wird oft gesagt, dass diese Kommunikationsstärke genau das ist, was mir extrem liegt und was mich auch in diese Senior Position gebracht hat.

KANNST DU UNS VIELLEICHT EIN BEISPIEL GEBEN, WELCHE AUSWIRKUNGEN DEINE ARBEIT HAT?

Lisa-Marie: Ein sehr greifbares Beispiel ist, glaube ich, Predictive Maintenance, also dass man auf Basis von Daten vorhersagen kann, wann ein Stromspeicher zukünftig ein Problem haben wird und wir z. B. einen Installateur zum Kunden schicken müssen bevor das Problem auftritt. Das heißt, ein Data Scientist wertet alle bestehenden Daten aus, versucht Muster zu erkennen und anzuwenden.

VOR WELCHEN HERAUSFORDERUNGEN STEHST DU?

Lisa-Marie: Sich als Ende-20-jährige in riesigen Männerrunden zu beweisen. Natürlich stößt man da an. Nicht auf Hindernisse, aber man muss viel liefern. Und ich muss gefühlt immer ein Stück vorbereiteter sein als alle anderen. Jedenfalls war das am Anfang so. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich mehr beweisen musste als ein typischer Entwickler mit einem typischen Background.

Das Schöne an der IT ist, dass Fakten zählen und wenn du Argumente lieferst und ein Konzept, das funktioniert, dann hast du den Beweis und es ist nicht diskutabel.

Es ist mir ein Herzensanliegen, die Gleichberechtigung zu schaffen und dafür zu sorgen, Vorurteile, die es einfach gibt und die vielleicht keiner ausspricht, abzubauen.

WAS MÖCHTEST DU JEMANDEM, DER AUCH DATA SCIENTIST ODER ENGINEER WERDEN MÖCHTE, MIT AUF DEN WEG GEBEN?

Lisa-Marie: Du brauchst das logische Verständnis und du solltest in der Lage sein, zu strukturieren. Das heißt, ein nicht greifbares Konstrukt herunterbrechen zu können, in die entsprechende Reihenfolge zu bringen und strukturiert abzuarbeiten und dabei auch noch die Weitsicht zu haben, um mögliche Auswirkungen im Blick zu behalten. Das lernt man nicht im Studium, man hat es oder man hat es eben nicht.

Als eigenverantwortlicher Data Engineer oder als guter Data Scientist sollte man auf jeden Fall auch programmieren und vor allem generalistisch denken können.

Das Wichtigste ist, das Große und Ganze immer wieder klein zu schneiden und nicht kompliziert werden zu lassen, immer wieder einfach zu denken. Dinge so nachvollziehbar zu machen, dass du sie morgen oder in einem Jahr noch verstehen wirst.

WOHIN SOLL DEIN WEG IN DER ZUKUNFT FÜHREN?

Lisa-Marie: Tatsächlich ist das seit ein paar Wochen relativ klar definiert. Ich bin jetzt Senior Data Engineer und ab 1. Januar 2024 Data Architect, das heißt, ich werde tatsächlich ein bisschen weniger programmieren und das, worin meine Stärke liegt, mehr tun: verschiedene Leute zu verknüpfen, die Weitsicht einzubringen, was für Auswirkungen eine Entscheidung oder eine Pipeline auf andere hat, und natürlich auch kreativ zu sein.

Hinweise

Das Interview führten Christiane Mantke und Torsten Busch von der JUG Saxony mit Lisa-Ma- rie Krause am 30. August 2023. Wir bedanken uns bei Lisa-Marie für das freundliche Interview und die aufgebrachte Zeit.